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Tiersitting-Service

Tierphysiotherapie

Mein Name ist Nina Puttrich, ich bin 1981 geboren und seit 1998 Tierarzthelferin.

Im Januar 2003 begann meine Fortbildung zur Tierphysiotherapeutin im Vierbeiner Reha-Zentrum Bad Wildungen, die ich dann im Oktober 2004 erfolgreich abschließen konnte. Ich arbeite weiterhin in einer Tierarztpraxis in Bad Honnef und nebenbei betreue ich meine physiotherapeutischen Patienten auf Hausbesuchen. Bisher arbeite ich mit meinen Patienten hauptsächlich im Bereich Massage, Bewegungsübungen, Schmerzlinderung, TENS(Reizstrom). Natürlich immer in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt. Auch postoperative Betreuung nach chirurgischen Eingriffen übernehme ich gerne. Jedoch fehlen manchmal einige therapeutische Maßnahmen, wie z. B. Unterwasserlaufband. Bei schwierigen Fällen ist dann ein Aufenthalt im Vierbeiner Reha-Zentrum angeraten (siehe Links).

Hier einige Allgemeine Informationen rund um den Bereich Tierphysiotherapie

In jüngster Zeit ist aufgrund der großen Fortschritte im Bereich der operativen und konservativen Behandlung von Patienten mit Gelenkerkrankungen ein erhöhter Bedarf an begleitenden Therapiemaßnahmen entstanden. Dies gilt vor allem für die Rehabilitation nach chirurgischen Eingriffen, aber auch für Maßnahmen im Rahmen der konservativen Behandlung von Gelenkerkrankungen. Beim Menschen sind physikalische Therapie und Krankengymnastik integrierte Bestandteile der postoperativen Rehabilitation und stellen Therapieoptionen für die konservative Behandlung von Patienten mit orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen dar. In den vergangen Jahren wurden viele der am Menschen angewendeten physiotherapeutischen Techniken für das Kleintier übernommen. Weltweit erfolgte eine große Zahl an wissenschaftlichen Studien, um die positiven Effekte der Physiotherapie am Kleintier nachzuweisen.

Tierärzte und Tierbesitzer haben das Bedürfnis nach therapeutischen Optionen, die sich langfristig einsetzen lassen und die Lebensqualität kranker Tiere (vor allem von Hunden mit Erkrankungen des Bewegungsapparates) verbessern.

Ziele der Physiotherapie bei Kleintieren mit bewegungseinschränkenden orthopädischen Erkrankungen sind:

 

- Schmerzmanagement

- Verbesserung des Bewegungsumfangs betroffener Gelenke

- Erhaltung und Aufbau der Muskulatur

- Stärkung der Muskelkraft

- Verbesserung der allgemeinen Körperkondition

- Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten

 

Schmerzmanagement

Nonsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) werden bei Hunden mit degenerativen Gelenkerkrankungen häufig zur Schmerzbekämpfung eingesetzt und stellen eine sinnvolle Maßnahme dar. Im Allgemeinen ist die Gabe von NSAIDs, aber auch andere Analgetika wie etwa Tramadol angezeigt und mitunter sogar unverzichtbar.

Jeder Physiotherapeut sollte sich in Fällen, in denen Schmerzmittel notwendig sind, nachdrücklich für ihren Einsatz aussprechen. Analgetika stellen einen wichtigen Bestandteil des Schmerzmanagements dar. Obwohl die neuen NSAIDs sicher in der Anwendung sind und nur minimale Nebenwirkungen haben, kann eine Dauermedikation im Einzelfall Probleme verursachen. Als häufige Nebenwirkung treten beispielsweise gastrointestinale Störungen auf (Erbrechen, Durchfall).

Physiotherapeutische Maßnahmen wie Thermotherapie, Massage und transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) erlauben in solchen Fällen eine effektive Schmerzbekämpfung.

Thermotherapie

Kälteanwendungen reduzieren die lokale Durchblutung und vermindern Nervenleitgeschwindigkeit am schmerzhaften Gelenk. Kälte wird speziell dann eingesetzt, wenn das Gelenk Entzündungserscheinungen zeigt oder nach bestimmten Übungen Schwellungen und Schmerzen verhindert werden sollen.

Wärmeanwendungen erhöhen die Nervenleitgeschwindigkeit. Wärme kann zur Schmerzreduktion sowie vor therapeutischen Bewegungsübungen zur Verbesserung der Flexibilität von Gelenkkapsel, Sehnen und Bändern eingesetzt werden.

Massage

Zu den positiven Wirkungen der Massage gehören der Abbau von Muskelverspannungen, eine Verbesserung der Durchblutung, des Lymphflusses und der Muskeldehnbarkeit. Alle Handgriffe wie etwa Streichen, Kneten oder Drücken, die aus der Massage der Menschen bekannt sind, können ebenso bei Kleintieren angewendet werden.

Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)

Bei der Verwendung niederfrequenter Ströme wurden mit dieser Methode, die in der Physiotherapie am häufigsten zum Einsatz kommt, gute Ergebnisse erzielt.  Diese Reizstrommethode führt zur Muskelentspannung und somit auch zur Schmerzlinderung bei gleichzeitiger Stimulierung der Muskulatur und Nerven. Es können humanmedizinische Geräte eingesetzt werden, doch es gibt auch spezielle Geräte für die Anwendung am Tier.

 


Erhaltung und Aufbau der Muskulatur, Stärkung der Muskelkraft und Verbesserung der allgemeinen Körperkondition

Muskeln sind bekanntermaßen die „Stoßdämpfer“ und für die Gelenkfunktion von Bedeutung. Eine verringerte Muskelmasse (Muskelatrophie) führt daher zu einer ungleichen Belastung des betroffenen Gelenks mit dem Risiko weiterer Gelenkschäden. Darüber hinaus weisen viele Patienten eine schlechte Körperkondition auf, da sie entweder über längere Zeit nicht laufen können, nicht ausreichend täglich bewegt werden oder ihre Mobilität eingeschränkt ist.

Es gibt die Aktiven und die Passiven Bewegungsübungen. Ziel beider Bewegungsübungen ist, die Reduktion von Lahmheiten und Verbesserung des schmerzfreien und aktiven Bewegungsumfangs, aber natürlich auch der Aufbau von Muskelkraft und –masse mit Wiederherstellung der Muskelfunktion. Hierfür gibt es eine Vielzahl an Übungen, z. B. Balancieren auf einem Brett, Bewegungsprogramme wie langsames Spazierengehen an der Leine, normales Laufen oder Joggen und Treppensteigen. Empfehlenswert sind mehrere kurze über den Tag verteilte Spaziergänge anstelle eines langen anstrengenden Marsches. Auf diese Weise lässt sich auch feststellen, wie lange das Tier ohne Schmerzen laufen kann. Die Dauer der Bewegung kann pro Woche um etwa 10% gesteigert werden. Zeigt das Tier während des Trainings Schmerzen, sollte die Bewegungsintensität um mindestens 30% reduziert werden. Der Einsatz eines Unterwasserlaufbandes, das die physikalischen Eigenschaften des Wassers therapeutisch nutzt, stellt wahrscheinlich die beste Trainingsmethode dar. Der Körper verliert im Wasser an Gewicht. Dies erlaubt eine schmerzfreie und weniger Kraft erfordernde Bewegung der Gelenke. Gleichzeitig fördert die Bewegung gegen den Wasserwiderstand Muskelaufbau-und Kraft und trainiert den Kreislauf.

Gewichtskontrolle

 

Die Reduktion des Gewichtes stellt bei übergewichtigen Hunden mit Erkrankungen des Bewegungsapparates eine besondere Herausforderung dar. Übergewicht führt meist sehr schnell zu Problemen mit dem Bewegungsapparat und wirkt sich durch die enorme Belastung der Sehnen, Bändern und Gelenken negativ auf bereits bestehende Veränderungen aus. Eine Gewichtsabnahme kann Lahmheiten verbessern. Speziell abgestimmte Bewegungsprogramme und eine Reduktionsdiät in Zusammenhang mit der Physiotherapie sind unbedingt notwendig.

 

Ihr Tierarzt und Tierphysiotherapeut/in berät sie gerne!